The Sinner (Staffel 1)

Ist es möglich, dass die Vergangenheit einen zum Mörder machen kann, ohne dass man sich daran erinnert? Genau um diese Frage geht es in der ersten Staffel der Drama- und Crimeserie „The Sinner“, welche auf dem Roman „Die Sünderin“ von der deutschen Autorin Petra Hammesfahr basiert. Eine junge Frau, unglücklich in ihrer Ehe, geplagt von Schlaf- und Angststörungen und nur noch ein Schatten ihrer selbst, wird zu einer blutrünstigen Mörderin ohne Motiv – so scheint es zumindest zu Beginn. Um was es in der Serie ungefähr geht, was mich an der ersten Staffel so fasziniert hat und warum man sich diese Serie unbedingt anschauen sollte? Das erfahrt ihr in meinem Streamingtipp.

Wenn die Vergangenheit dich zum Mörder macht

Die junge Mutter Cora Tannetti (Jessica Biel) tötet während eines Familienausflugs an einem gut besuchten Badesee einen jungen Mann inmitten der fröhlichen Menschenmassen mit einem Obstmesser, mit dem sie kurz zuvor noch den Apfel ihres Sohnes aufgeschnitten hat. Neben ihrem Ehemann Mason (Christopher Abbott) ist auch die Polizei völlig fassungslos und verwirrt über die blutrünstige Tat. Der Fall wird von Detective Harry Ambrose (Bill Pullmann) übernommen, der sich durch die von Anfang an merkbar enge Verbundenheit zur Täterin immer tiefer in die Abgründe der Vergangenheit von Cora begibt. Warum hat sie diese Tat begangen? Waren Drogen im Spiel? Gab es eine Verbindung zu dem Opfer? Oder handelte es sich dabei um eine Affekttat?

Streaming Tipp präsentiert vom Bettenhaus Heintzen

Review zu The Sinner – Staffel 1

Jessica Biel ist in der Rolle als „Sünderin“ brilliant: Cora Tannetti wird dem Zuschauer zum einen als liebende Mutter eines kleinen Sohnes dargestellt, jedoch auch als zurückhaltende Ehefrau, die in der Beziehung zu ihrem Mann unzufrieden ist. Auch wird einem schon in Folge 1 klar, dass Cora völlig neben der Spur ist und nur mit Schlaftabletten durchschlafen kann. Sie wirkt sehr schwach, nicht richtig bei Sinnen – wodurch ich mit dem Szenario am Badesee niemals gerechnet hätte: ein Lied dröhnt durch die Boxen der ausgelassenen Gruppe junger Menschen, welches allem Anschein nach irgendetwas in Cora auslöst. Ich als Zuschauern habe die Szene des Mordes mit blankem Entsetzen erlebt. Die erste Frage, die einem nach der brutalen Tat in den Kopf schießt: Warum hat Cora das getan?

Nach der Festnahme wechselt die Sicht zwischen Cora und Detective Harry Ambrose: mal sieht man, wie Cora ohne ihre Schlaftabletten nachts in ihrer Zelle auf und ab geht und kurz vor einem Nervenzusammenbruch steht. Dann sieht man, wie Detective Ambrose um seine zum Scheitern verurteilte Ehe kämpft. Neben den szenischen Wechseln zwischen den zwei Protagonisten, wird man als Zuschauer auch immer wieder mit kleinen „Flashbacks“ in die Vergangenheit von Cora belohnt, die im Laufe der gesamten Staffel zur Lösung des Falls führen. Trotzdem bleibt jede Folge für sich spannend: je mehr ich über die Vergangenheit von Cora erfahre, desto gespannter werde ich, was wirklich hinter der Tat steckt. Hat die streng gläubige Erziehung ihrer Eltern etwas mit ihrer psychischen Verfassung und damit auch mit der Tat zu tun? Weiß sie wirklich nicht, warum sie die Tat begangen hat? Und welche Geheimnisse hat Cora noch?

Mit den zeitlich unterschiedlichen Szenen wurde ich immer und immer mehr in eine Richtung gelenkt, wie die Geschichte der jungen Frau wohl nun ausgehen wird. Und doch war ich mir nie richtig sicher, ob meine Einschätzungen der Wahrheit und demnach der Lösung des Falls entsprechen. Genau das hat diese Staffel und damit den Fall „Cora Tannetti“ so spannend gemacht: je mehr Details über die Vergangenheit von Cora ans Licht kamen, desto verwirrter wurde ich. Und genau aus diesem Grund wurde die 8-folgige Staffel dieser Serie von mir binnen einer Woche „durchgesuchtet.“

Mit Ende der ersten Staffel und Auflösung des Falls, endet die Geschichte rund um Cora. Durch den weltweiten Erfolg der Serie, welche auf Netflix ausgestrahlt wurde, gibt es nun schon seit 9. November 2018 eine zweite Staffel, in der es um einen von einem 13-jährigen Jungen begangenen Doppelmord an seinen Eltern geht. Erwähnenswert ist hier: die zweite Staffel von „The Sinner“ wurde von Hauptdarstellerin Jessica Biel aus der ersten Staffel produziert.

Mein Fazit zur Staffel

Jessica Biel überzeugt in Ihrer Rolle von Sekunde eins. Ich war so gefesselt von der durch die Serie vermittelte Stimmung, dass ich die erste Staffel von „The Sinner“ binnen einer Woche geschaut habe. Was mich neben der schauspielerischen Leistung beider Hauptdarsteller noch überzeugt hat, war die Kameraführung. Eine Szene ist mir da fest im Kopf verankert geblieben: Cora Tannetti schwimmt durch den See und taucht ab – zwar ist diese Szene für die weitere Story nicht sonderlich wichtig, jedoch so authentisch dargestellt, dass man die Verzweiflung der jungen Mutter förmlich greifen kann.

Der ILO Streaming Tipp wird dir präsentiert vom Bettenhaus Heintzen in Oldenburg.

Von Emily