Mit Glanz & Gesellschaftskritik: Pose (Staffel 1)

Pose – der Titel der US-amerikanischen Dramaserie ist Programm. Denn hier wird posiert, was das Zeug hält. Gleich zu Beginn der ersten von acht Folgen ist der Zuschauer  mittendrin in der schillernden „Ballroom Culture“ im Amerika der späten 1980er Jahre. Doch hinter prunkvollen Kostümen und schönem Schein versteckt sich eine unglamouröse Welt aus Aids, Armut und Ausgrenzung…

Der historische Hintergrund

Die Serie spielt in den Jahren 1987 und 1988 und ist eine Milieustudie über das Lower Manhattan, das in Kontrast zum Luxus des florierenden Imperiums von Donald Trump steht. In dieser Zeit bildet sich die Ballkultur heraus, eine unterirdische LGBT- Subkultur. LGBT steht  für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender. Menschen mit diesen sexuellen Orientierungen suchen damals noch ihren Platz in der Gesellschaft – und finden ihn zunächst nur in den sogenannten „Häusern“, einer Art alternativen Familie und Wohngemeinschaft. Die Mitglieder der Häuser treten in den Ballsälen in verschiedenen Kategorien gegeneinander an, wobei sie um Trophäen und Preise „laufen“. Hier eifern sie mit schriller Kostümierung anderen Geschlechtern und sozialen Klassen nach.
Die Serie zeigt Unbekanntes und das, was lange her und weit weg von Europa scheint. Doch auch wenn die Serie in der Vergangenheit spielt, ist sie alles andere als verstaubt und veraltet. Die Problematiken sind nach wie vor aktuell und die Schicksale der Protagonisten bewegen uns auch heute noch.

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Pose (Staffel 1): Die Story

Hauptfigur der Serie ist die Transfrau und Ballroom-Queen Blanca. Nachdem bei ihr HIV diagnostiziert wird, verlässt sie das Haus ihrer späteren Rivalin Elektra Abundance und gründet 1987 in New York ihr eigenes „House of Evangelista“. Dort nimmt sie immer mehr Mitglieder auf, unter anderem den begabten Balletttänzer Damon, der wegen seiner Homosexualität von seinen Eltern verstoßen wurde. Auch die Puerto Ricanerin Angel, eine Transfrau und Prostituierte, findet bei Blanca Unterschlupf. In mehreren parallelen Handlungssträngen wird das Leben von Blanca, ihren Schützlingen und den Mitgliedern der anderen Häuser erzählt:

Damon verliebt sich in den Tänzer Ricky, Angel beginnt eine Affäre mit dem verheirateten Familienvater Stan und Elektra entscheidet sich für eine geschlechtsangleichende Operation, nach der sie ihr wohlhabender Lebensgefährte verlässt. Am Ende der ersten Staffel stirbt schließlich die große Liebe von Pray, dem Veranstalter der Wettbewerbe, an seiner AIDS-Erkrankung. Auch Pray wird positiv getestet, verschweigt dies aber und vertraut sich erst einige Zeit später der ebenfalls erkrankten Blanca an. Diese gewinnt schließlich die Wahl zur „Mutter des Jahres“, weil sie nicht nur ihren „Kindern“, sondern auch der verlassenen Elektra ihre Hilfsbereitschaft und ihr großes Herz zeigt.

Aids, Gender, Diversität, Diskriminierung: Pose porträtiert auf berührende Art sozialkritische, politische und kulturelle Themen von vor 20 Jahren. Und von heute.

Final Facts zur Serie

Das Besondere an Pose: Fast alle Personen werden von transsexuellen Schauspielern dargestellt, wodurch die Serie und ihre Charaktere noch authentischer wirken.

Die deutsche Version der ersten Staffel gibt es seit Ende Januar auf Netflix, eine zweite Staffel soll noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Kein Wunder: 2019 wurde Pose bei den Golden Globe Awards unter anderem in der Kategorie Beste Dramaserie nominiert.

Eine revolutionäre Serie für alle, die eine einzigartige Mischung aus Seifenoper, Musical und sensiblem Aids-Drama sehen wollen!

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Von Emily