Genussvielfalt im Saltkrokan

Hinter dem Café Saltkrokan steckt eine ganz besondere Philosophie. Das Café wurde am 26. Januar 2019 in der Burgstraße eröffnet und ist seitdem zu einem Ort der Entspannung sowie des Genusses geworden. Hier bekommt ihr nicht nur Kuchen, sondern auch viele andere tolle Speisen. Bei den Produkten setzt das Café auf Qualität und Nachhaltigkeit. Wir durften die sympathische Inhaberin Josefine Thielhelm bei einem kleinen Interview kennen und lieben lernen. Viel Spaß beim Lesen.

ILO: Liebe Josefine, vielen Dank erst einmal für die Chance, dich heute interviewen zu dürfen!

Josefine: Ich freue mich, dass ihr hier seid!

ILO: Uns interessiert zu Beginn erst einmal was sich hinter „Saltkrokan-Oldenburg“ verbirgt.

Josefine: Auf jeden Fall ein Kindheitstraum vom eigenen Café, den vielleicht auch viele haben. Aus dem Kinderbuch „Ferien auf Saltkrokan“ von Astrid Lindgren entstand dann auch direkt der Name Saltkrokan. Das war mein erster Gedanke und dabei sollte man auch bekanntlich bleiben.

ILO: Der Name ist für ein Café auch sehr außergewöhnlich, obwohl die Bücher von Astrid Lindgren so bekannt sind. Ist „Ferien auf Saltkrokan“ dein Lieblingsbuch?

Josefine: Ja genau, das Buch ist eines meiner Lieblings-Kinderbücher. Die Bücher stehen hier auch im Café zum Lesen oder Angucken. Ein Café soll für mich auch ein Ort sein, wo man sich wohlfühlt, gerne hinkommt und zurückziehen kann oder mit Freunden auch einfach eine schöne Zeit hat! Halt genau wie auf einer Ferieninsel wie Saltkrokan.

ILO: Wir fühlen uns hier auch super wohl! Was oder wer hat dich dazu gebracht ein eigenes Café zu eröffnen?

Josefine: Ich habe schon immer sehr gerne selber gekocht und gebacken, meistens sehr klassisch. Ich habe nach der Schule dann BWL studiert und in dem Bereich auch Praktika gemacht und gearbeitet, doch das hat mich nie wirklich erfüllt. Dann habe ich in einer kleinen Konditorei in Hamburg eine Ausbildung zur Konditorin angefangen. In dem Betrieb gab es nur zwei bis drei Sitzplätze, da wir uns mehr mit der reinen Konditorei beschäftigten. Mir fehlte aber immer der Cafébetrieb, auch wenn der Fokus auf Torten und Kuchen liegen soll. Ich bin dann viel in anderen Cafés gewesen. Hamburg überzeugt natürlich auch durch die riesige Cafészene! In Berlin war ich dann auch eine Zeit lang. Dort bietet die Kaffeekultur auch viel Inspiration. Ja und dann hat alles seinen Lauf genommen.

ILO: Und mit der abgeschlossenen Ausbildung als Konditorin, hast du nach der Inspirationsphase das Café eröffnet?

Josefine: Ich habe nach der Ausbildung noch einen Meister gemacht. Da der Beruf der Bäcker und Konditoren noch als Handwerk zählt, muss man den Meistertitel haben, um außer Haus verkaufen zu können, anders als die Gastronomiebetriebe. Das ist wichtig zu wissen, gerade weil ich auch Hochzeitstorten mache oder wenn ein Gast etwas zum Mitnehmen kaufen möchte. Ich könnte theoretisch auch ausbilden, doch dafür ist das Café gerade zu klein.

ILO: Kommst du denn aus Hamburg oder Berlin oder bist du gebürtige Oldenburgerin?

Josefine: Ich komme aus Ganderkesee, dort bin ich auch zur Schule gegangen und habe in Bremen dann studiert. Oldenburg hat allerdings meiner Meinung nach den gewissen Charme und ich habe mich auch mehr zu Oldenburg hingezogen gefühlt, als nach Bremen oder woanders hin. Das Netzwerk ist hier auch ganz anders. Mich besuchen Freunde aus der Schule, sogar meine alte Grundschullehrerin war bei der Eröffnung dabei! Die Unterstützung und heimatnah zu sein, finde ich echt schön, das gibt mir ein gutes Gefühl. Auch wenn ich Hamburg super finde, ist es hier in Oldenburg doch nochmal etwas ganz anderes.

ILO: Das freut uns zu hören! Wir finden es auch sehr schön, dass du dich für Oldenburg entschieden hast! Ihr habt jetzt schon euer erstes Jahr erfolgreich gemeistert. Hast du mit deinem Team etwas Besonderes an dem Tag unternommen?

Josefine: Am 26. Januar 2020 haben wir unser Einjähriges gefeiert. An dem Tag haben wir unsere Weihnachtsfeier nachgeholt. Im Dezember war viel los, deswegen konnten wir das gut verknüpfen. Ein Freund von mir ist Koch und kam aus Wilhelmshaven zu uns und hat ein veganes Weihnachtsdinner gekocht. Wir saßen dann alle an unserem großen Tisch und haben Krimidinner gespielt. Alle Kunden, die am nächsten Tag gekommen sind, haben dann auch noch einen Prosecco bekommen, das war echt schön.

ILO: Das hört sich nach viel Spaß an! Wie setzt sich denn dein Team zusammen?

Josefine: Ich habe eine Festangestellte und noch 6 Mädels, die an den Wochenenden aushelfen. Gerade wenn der Sommer kommt und wir die Terrasse aufmachen können, haben wir doppelt so viele Plätze.

ILO: Ihr habt auch jeden Tag viel zu bieten und neben dem allgemeinen Tagesgeschäft auch noch mehr in eurem Portfolio, richtig?

Josefine: Ja genau, neben Kaffee und Kuchen haben wir unter anderem auch Frühstück und einen kleinen Mittagstisch im Angebot. Auch bieten wir gerne selbstgemachte Hochzeits- und Geburtstagstorten auf Bestellung an. Dabei kann ich dann noch mal ganz anders kreativ werden und es macht mich sehr glücklich, wenn ich Menschen ihren besonderen Tag ein bisschen verschönern kann.

ILO: Bist du denn die einzige in eurem Team mit einer Ausbildung zur Konditorin?

Josefine: Genau, alle Kuchen die wir im Saltkrokan-Oldenburg anbieten, sind von mir gebacken. Morgens bevor der Laden geöffnet wird, backe ich immer frisch und abends nochmal. Die Tage sind lang, doch es lohnt sich und es macht mir total viel Spaß! Carrot-Cake gibt’s zum Beispiel immer, der ist auch sehr beliebt und manchmal schon früh ausverkauft. Dann kann man gerne die anderen Kuchen probieren. Alle sind frisch und super lecker, da macht man nichts mit falsch. Vegane und glutenfreie Kuchen haben wir auch jeden Tag im Sortiment. Vegane Zimtschneckenkuchen und Bananenbrot gibt es auch noch zum Frühstück dazu. Es ist auf jeden Fall für Jeden etwas dabei!

ILO: Wow und das alles frisch, da sollte kein Wunsch offen bleiben! Wie entscheidest du denn welche Kuchen es in eurem Sortiment geben sollen?  Wählst du nach Lust und Laune?

Josefine: Auf jeden Fall achte ich darauf, was die saisonalen Produkte so hergeben. Eine Erdbeertorte ist in der Erdbeersaison ein absolutes Muss! Ich habe auch nichts gegen TK-Früchte, wenn ich sie in deren Saison kaufe. Die Qualität ist sehr gut, wenn sie in der Saison eingefroren wurden. Ich probiere auch gerne mal Kuchen aus. Manchmal muss ich einen neuen Kuchen auch etwas öfter anbieten, damit sich die Gäste an den neuen Kuchen herantrauen. Meine Mitarbeiterin hatte letztens total Lust auf Zitronenkuchen und dann habe ich Zitronenkuchen gebacken. Wir sind da sehr flexibel und unsere Gäste können sich jeden Tag auf ein neues Sortiment freuen. Samstags und sonntags haben wir sogar bis zu zehn verschiedene Kuchen zur Verfügung. Da haben wir dann auch ein kleines Standardsortiment.

ILO: Was für Frühstücksoptionen habt ihr denn und muss man bei euch vorbestellen?

Josefine: Wir haben ein süßes, ein herzhaftes und ein veganes Frühstück. Wenn man glutenfreies Frühstück möchte, ist das Porridge immer eine gute Wahl oder man gibt eben eine Vorbestellung durch und dann haben wir auch glutenfreie Brötchen im Frühstück integriert.

ILO: Legst du denn bei deinen Produkten auch Wert auf regionale Ware und regionale Herstellung?

Josefine: Absolut! Wir bekommen unseren Ziegenkäse aus der Ziegerei in Asendorf, die Milch vom Diershof, der Kaffee kommt von der Rösterei „elbgold“ aus Hamburg, das Sauerteigbrot bekommen wir vom traditionellen Holzofenbäcker Ripken aus Augustfehn, die Eier holen wir von einem kleinen Oldenburger Bauernhof und kaufen zusätzlich viel auf dem Wochenmarkt ein.

Wir legen auch viel Wert auf ein übersichtliches á la carte-Angebot, damit wir nicht unnötig viel wegschmeißen müssen.

ILO: Wir haben auf Instagram gesehen, dass hier auch Workshops gehalten werden?

Josefine: Wir selbst bieten keine Workshops an. Noch nicht! Allerdings haben wir dienstags immer Ruhetag und vermieten den Raum gerne für einen Workshop. Der große, massive Holztisch bietet sich dafür perfekt an. Die Veranstalter müssen dann aber alles planen. Ich reposte deren Veranstaltung dann immer gerne auf meiner Seite, weil es eine tolle Gelegenheit ist, anderen den Raum für kreative und unterhaltsame Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen.

ILO: Saltkrokan-Oldenburg ist ja, wie du schon sagtest, eher eines der kleinen, engen doch eben auch gemütlichen Cafés. Hast du vor, in naher Zukunft noch ein zweites Café zu eröffnen?

Josefine: Der zweite Laden ist glaube ich noch schwieriger als der Erste. Ich habe schon das Glück, dass ich noch zwei andere Cafés beliefern darf, doch das reicht auch erst einmal aus. Eine richtige Backstube wäre irgendwann mal ganz cool, doch dann müsste das Café jetzt auch von jemand anderem betrieben werden. Ich wäre dann nicht mehr jeden Tag hier, deswegen erst einmal nicht.

ILO: Jetzt wollen wir noch einmal etwas über deine Kundschaft erfahren. Wie würdest du deine Gäste mit drei Adjektiven beschreiben?

Josefine: Neugierig, dankbar und aufgeschlossen! Wenn ich mein Sortiment umstelle oder etwas ändere dann bekomme ich immer echt schönes und positives Feedback von meinen Kunden. Zu Weihnachten habe ich von drei Mädels, die auch Stammgäste bei uns sind, Happy-Socks geschenkt bekommen, weil wir mit dem Café für sie einen so tollen Ort geschaffen haben. Das war total lieb und ich habe mich echt gefreut! Ganz viele Gäste bedanken sich auch immer, dass sie hier sein dürfen. Dabei bin ich doch dankbar, dass sie zu uns gekommen sind! Also das positive und dankbare Feedback ist echt das Schönste.

ILO: Und wie geht ihr mit der derzeitigen Corona-Situation um? Gibt’s trotzdem Kuchen für die Oldenburger*innen?

Josefine: Na klar. Zurzeit bieten wir einen (meist) wöchentlichen Kuchen-Kiosk an. Bei Facebook und Instagram kündigen wir dann ein paar Tage vorher an, wann der Kuchenverkauf stattfindet und welches „Menü“ angeboten wird. Wir freuen uns riesig über die fantastische Unterstützung der Oldenburger! Das ist wirklich der Wahnsinn und ich bin unglaublich dankbar dafür.

ILO: Das ist doch super! Vielen lieben Dank für das Interview, liebe Josefine.

    Annalena

    Von Annalena